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Kinderfreunde fordern Bleiberecht für Familie

Ein erneuter Fall einer geplanten Familienabschiebung sorgt für Aufregung: Madina C. (8), eines der sechs Kinder der Familie, nimmt am Schüler-Mentoring-Projekt Nightingale der Kinderfreunde-Initiative „gemeinsam“ teil. Jede Woche trifft sie dabei die Studentin Hannah, mit der sie interessante Freizeitaktivitäten unternimmt. Durch ihre Mentorin Hannah, erfuhren die Kinderfreunde von der drohenden Abschiebung für die achtköpfige Familie.

Bleiberecht

Madina war erst ein paar Monate alt, als sie 2004 mit ihrer Familie nach Österreich kam. „Sie ist eine gute Schülerin, die sehr gut Deutsch spricht und sich sehr bemüht, alle Aufgaben sorgfältig zu erledigen, sie zählt zu meinen besten Schülerinnen“ berichtet ihre Klassenlehrerin von der Volksschule Schwarzingergasse 4, im 2. Bezirk in Wien, die nicht fassen kann, dass diese Familie nicht in Österreich bleiben können soll. Madina liebt ihre Schule, geht hier gerne in den Hort und hat viele Freundinnen. Sie erzählt öfter ihrer Lehrerin davon, wie traurig sie sei, dass sie vielleicht bald nicht mehr hier sein könne.

„Wir fordern hier, diese Integrationsleistung unter schwierigsten Bedingungen anzuerkennen und die Familie in Österreich bleiben zu lassen“, erklärt Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. „Integration durch Leistung, wie sie jüngst zum Grundsatz erhoben wurde, ist hier klar erfüllt“, so Wutzlhofer weiter.

Ihre Direktorin gesteht unter Tränen: „Man hört immer davon in den Medien, aber es macht sehr betroffen, wenn es dann um ein Kind aus der eigenen Schule geht. Man wird ja als Schule darüber nicht informiert. Auf einmal kommen die Kinder nicht mehr.“ Sie will nun mit einer Unterschriftenaktion am Elternsprechtag auf die unhaltbare Situation aufmerksam machen und hofft auf die Solidarität anderer Eltern.

Madinas Schwester Linda geht sogar ins Gymnasium.

Die mittlere Tochter der Familie, Linda, 14, besucht mit Erfolg das Gymnasium in der Vereinsgasse, unweit von der Schule Madinas. Auch für sie wäre eine Abschiebung eine Katastrophe. Zwar sprechen die Mädchen Tschetschenisch, aber was sollen sie in Tschetschenien, wenn sie ihr halbes Leben hier verbracht haben, hier zur Schule gehen und es dort wo sie hingebracht werden, keine Zukunft gibt. Linda muss viel Verantwortung übernehmen, denn mehrere Familienmitglieder sind erkrankt und es gibt noch drei weitere Geschwister im Alter von 1 ½, 3 und 6 Jahren. Trotzdem meistert sie das Gymnasium.

„Normalerweise werden tschetschenische Flüchtlinge bei der Abschiebung einfach in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt und dort ihrem ungewissen Schicksal überlassen“, erzählt Christian Herzog vom Verein Ute Bock, der die Familie betreut. Der Familienvater Umar C.. hat Angst vor den Verhältnissen in Tschetschenien und den neuerlichen Schikanen der Polizei dort, vor Haft und Folter, die er nur zu gut kennt.

Familie C. flüchtete im Jahr 2004 aus politischen Gründen aus Tschetschenien nach Österreich. Sie lebten hauptsächlich in Kärnten, waren dort auch in Grundversorgung. 2009 wurde ihr Asylverfahren rechtskräftig negativ entschieden, woraufhin die Familie auf Grund der ausweglosen Situation nach Frankreich flüchtete, von wo sie jedoch ein halbes Jahr später aufgrund des sog. Dublin II – Abkommen. (Asylwerber werden in das Land zurückgeschoben, wo sie als erstes einen Antrag gestellt haben und sind in keinem weitern EU-Land asylberechtigt) wieder nach Österreich zurückkehren. Nach ihrer Rückkehr stellten sie in Österreich einen neuerlichen Asylantrag, welcher wegen entschiedener Sache zurückgewiesen wurde, Beschwerden beim Asylgerichtshof und beim Verfassungsgerichtshof blieben erfolglos.

„Wir fordern hier ganz entschieden ein Bleiberecht für die Familie, die unter so schwierigen Umständen schon so lange in Österreich lebt. Es ist unmenschlich, die Familie so lange Zeit in ständiger Unklarheit zu belassen und nun doch abzuschieben“, so Jürgen Wutzlhofer abschließend.

Hier geht's zur Online-Petition für das Bleiberecht für Familie C.

       

Plakat mit der Aufschrift: Kein Kind ist illegal!
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