Gewaltspiele: Erwachsene sind Vorbilder

Gespräche und Vorbildwirkung nicht zu unterschätzen. Wiener Kinderfreunde wollen Eltern unterstützen und Kinder stärken

Wien, 23. November 2006 – „Die Kinderfreunde stellen sich klar gegen jede Art von Spielen, die Gewalt verherrlichen. Hier tragen die Produzenten ebenso Verantwortung wie der Handel, Eltern, PädagogInnen – jede/r einzelne von uns“, kommentiert Christian Morawek die aktuelle Diskussion um die Auswirkungen von Gewaltvideos und –spielen auf Kinder und Jugendliche.

Unsere Kinder und Jugendlichen erleben häufig eine Gesellschaft mit sehr niedrigen Hemmschwellen. Das bezieht sich auf viele Bereiche des Lebens, wie Konsum, Werbung oder ungefilterte, oft brutale Nachrichten aus vielen Medien. Die Gewalttaten von Kindern und Jugendlichen sind also ein Ergebnis der Gewaltbereitschaft unserer Gesellschaft.

Auch Computer- und Video-Spiele sind Teil der Realität unserer Kinder und das Angebot ist kaum überschaubar. Darüber hinaus gehört die Auseinandersetzung mit Aggression zur Entwicklung von Kindern. Kinder müssen lernen, mit ihren Aggressionen gut umzugehen. Eltern haben hier Vorbildwirkung und die Möglichkeit, durch Zuwendung und viele Gespräche mit ihren Kindern am Laufenden zu sein, was diese bewegt, und wie sie damit umgehen.

„Die Wiener Kinderfreunde sehen ihre Rolle im Rahmen ihrer 138 Kindergärten und Horte sowie vieler freizeitpädagogischer Angebote für Kinder darin, die Eltern in dieser Rolle zu unterstützen“, so Morawek. PädagogInnen wissen durch die Gespräche der Kinder untereinander mitunter schon sehr bald, wenn ein Kind durch Gewaltspiele stark beeinflusst wird. Das multiprofessionelle Team der Erziehungsberatung (Psychologie, Sonder- und Heilpädagogik, Psychotherapie), Projekte wie „Faustlos“ und eine neue Kooperation mit Microsoft unterstützt wiederum die PädagogInnen, hier kompetente GesprächpartnerInnen für Eltern und Kinder zu sein und durchaus präventiv zu wirken.

Darüber hinaus wäre es begrüßenswert, wenn Medien in ihrer Berichterstattung stets Anlaufstellen, bei denen man Rat und Hilfe zu diesem Thema erhält, angeben würden.

Auskünfte über die Familienberatungsstellen der Wiener Kinderfreunde erhalten Sie unter Tel. 01/401 25-33 oder oder im Internet unter http://wien.kinderfreunde.at

Rückfragen zu diesem Text richten Sie bitte an:
Michaela Müller-Wenzel, Tel. 01/401 25-55, E-Mail:

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