Landeskonferenz der Wiener Kinderfreunde im Wiener Rathaus:

Kinderfreunde-Ehrenpreis für Thomas Brezina und vehemente Forderung nach Bildungsreform sowie mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen

Wien, 29. April 2006 - Der UNICEF-Botschafter, Kinderbuchautor und Moderator Thomas Brezina erhielt heute im Wappensaal des Wiener Rathauses die höchste Auszeichnung, die von den Kinderfreunden an Menschen vergeben wird, die sich für Kinder einsetzen. Anlässlich der Landeskonferenz der Wiener Kinderfreunde würdigte deren wiedergewählte Vorsitzende Erni Graßberger den Kinderbuchautor als „einen Menschen, der keine Gelegenheit auslässt, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, Kinder als schwächste Mitglieder unserer Gesellschaft und gleichzeitig als GestalterInnen unserer Zukunft sehr ernst zu nehmen und zu respektieren.“ Darüber hinaus, so Graßberger, hat er durch die durchdachte Gestaltung seiner Bücher und seine „Doppelrolle“ als Fernseh-Idol und Buchautor Millionen Kinder zum Lesen „verführt“ und vermittelt ihnen nicht zuletzt in seinen vielen Sachbüchern Wissen und Werte auf spannende Art.

Leseförderung und Bildungspolitik waren zwei wesentliche Inhalte der gesamten Konferenz, der als Gäste unter anderen auch Kinder- und Jugendstadträtin, Vizebürgermeisterin Grete Laska und Stadtschulratspräsidentin Mag. Dr. Susanne Brandsteidl beiwohnten. Etwa im Referat des Liesinger Kinderfreunde-Vorsitzenden und Präsidenten der Elternvereine für den Pflichtschulbereich, Kurt Nekula, der auf die Kürzung von 220 Mio. € alleine bei den Pflichtschulen in den letzten fünf Jahren und die bösen Folgen für SchülerInnen und Eltern hinwies.

Zweites Hauptthema war die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in allen Belangen, die sie betreffen. Kinder- und Jugendanwalt Dr. Anton Schmid referierte dazu, bevor ein umfangreiches Aktions-Paket für den entsprechenden Jahresschwerpunkt der Kinderfreunde vorgestellt wurde.

Kostenloser Bildungszugang vom Kindergarten bis zur Universität

Die beiden Themenbereiche Bildung und Partizipation spiegelten sich auch in den beschlossenen Anträgen wieder: Die Anerkennung des Kindergartens als Bildungseinrichtung mit entsprechender Kompetenz- und Kostenaufteilung auf Bund, Länder und Gemeinden und die Abschaffung der Studiengebühren sollen laut den Kinderfreunden den kostenlosen Zugang zu Bildung für alle Kinder in Österreich gewährleisten, vom Kindergarten bis zur Universität. Eine einheitliche Schulform mit individueller Förderungsmöglichkeit bis zur Vollendung der Schulpflicht, eine Reform der AHS-Oberstufe zu einem modularen Kurssystem sowie eine gemeinsame modulare Ausbildung aller sozialen und pädagogischen Berufe auf Hochschulniveau sind nach Meinung der Kinderfreunde dringend notwendige Reformen.
Weitere Forderungen der Wiener Kinderfreunde: der bedarfsdeckende Ausbau von Ferienbetreuungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Handicaps, Ausbau und Vernetzung von niederschwelligen Familienberatungsstellen und mehr Raum für intergenerative Maßnahmen in der Stadt und mehr Maßnahmen zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter auf verschiedensten Ebenen. In einer auf der Konferenz beschlossenen Resulotion bekannten sich die Wiener Kinderfreunde zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Entscheidungen und Maßnahmen als selbstverständlichen, notwendigen Arbeitsgrundsatz und als ein wichtiges pädagogisches Prinzip.

Ein moderner Serviceanbieter mit 100-jähriger Tradition

Die Wiener Kinderfreunde sind mit rund 1.800 MitarbeiterInnen

  • größter privater Kinderbetreuungs-Anbieter in Wien (134 Kindergärten und Horte),
  • der nahezu einzige Anbieter von Freizeitbetreuung für Kinder und Jugendliche mit besonderen
  • Bedürfnissen.
  • Sie führen 11 Anlaufstellen für Familien in Problemsituationen, bringen mit ihren Spielbussen,
  • und SpielanimateurInnen jährlich Schwung in jährlich rund 1.800 Kinderfeste,
  • betreuen 37 Parks in Wien, 7 davon ganzjährig,
  • bieten monatlich das einzige Frauen- und Mädchenschwimmen in Wien an,
  • führen einen Abenteuerspielplatz und einen Indoorspielplatz mit freizeitpädagogischer
  • Betreuung,
  • fahren mit 1.300 Kindern in die Ferien
  • laden alljährlich 15.000 Kinder in Kindermusicals, Puppenbühnen- und Kino-Aufführungen ein
  • und bauen ihr Engagement in der Elternbildung mit Babyclubs, Elternseminaren und einem
  • Lehrgang zum/r staatlich zertifizierten ElternbildnerIn laufend aus.

Rückfragen zu diesem Text richten Sie bitte an:
Michaela Müller-Wenzel, Wiener Kinderfreunde, Tel. 01/401 25-55,
E-Mail:

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