4 Kinder hinter einem Holzzaun in die Kamera lächelnd

Neuanfang einer großen Bewegung

Am 14. Oktober 1945 wurden die Kinderfreunde neu gegründet. Das 1934 beschlagnahmte Gesamtvermögen der Kinderfreunde würde heute umgerechnet rund 9,5 Millionen Euro betragen.

Die 1908 gegründeten Kinderfreunde haben bis 1934 für die Ernährung und pädagogische Betreuung sowie Bildung von Zehntausenden Kindern in Österreich gesorgt. Ihre Mitglieder verwehrten sich gegen die Prügelstrafe, Koedukation war bei den Kinderfreunden schon damals selbstverständlich. Die Organisation umfasste 475 Kinderheime und Horte, 380 PädagogInnen, 100.000 Mitglieder, 122.000 Kinder bei den Kinderfreunden und 15.000 bei den Roten Falken. 1934 wurde aber die innovative Arbeit der Kinderfreunde verboten, alle Betreuungs- und Erholungsheime und das gesamte Vermögen beschlagnahmt. Kinderfreunde-Funktionäre wurden verfolgt und eingesperrt.

Nach dem faschistischen Terror und dem Ende des Krieges wurde bereits am 14. Oktober 1945 die Kinderfreunde neu gegründet. Mit dabei waren u.a. Josef Holaubek, der spätere Obmann der Wiener Kinderfreunde, Theodor Körner sowie der Wiener Vizebürgermeister Paul Speiser. 1946 zählten die Kinderfreunde bereits wieder 36.000 Mitglieder in 286 Ortsgruppen. Schulungen für die Führung von Kindergruppen und für Freizeitaktivitäten fanden ebenfalls wieder statt.
Der Wiederaufbau der Organisation ging rasant voran. Anfang 1946 gab es nur 18 Tagesheime, Ende 1946 bereits 76 Heime, Ende 1947 betreuten 142 PädagogInnen 6.594 Kinder in 86 Heimen und es gab 2.475 Rote Falken. Schon 1946 organisierten die Kinderfreunde die Schwedenausspeisung und fuhren mit den Kindern in die „Sonnenländer“ oder in Ferienlager und vor Weihnachten gab es die ersten Buchgeschenke und das Weihnachtstheater.

Die Kinderbüchereien der Kinderfreunde wurden von 690 Bänden auf 3800 Bücher aufgestockt und schließlich die Idee von der Stadt Wien übernommen.

Die Sonnenlandbewegung, die großen Ferienaktionen und große Feste wie der Tag des Kindes, die Weihnachts- und Faschingsfeiern oder Sportveranstaltungen bedeuteten für viele Kinder die einzige Möglichkeit an frischer Luft Bewegung zu machen, ausreichend essen zu können und mit Gleichaltrigen zu spielen.

Bereits Weihnachten 1946 wurden auch an Tausende Kinder Bücher versendet.

Das Engagement von freiwilligen HelferInnen – etwa 25.000 Arbeitsstunden für den Wiederaufbau der Heime, das hohe pädagogische Niveau und die vielen Solidaritätsaktionen für Kinder in großer Not – im In- und Ausland, haben sich bis heute fortgesetzt.

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