Kinderlärm ist Zukunftsmusik

Die Kinderfreunde sehen das Schussattentat in der Quellenstraße als vorläufigen Höhepunkt einer kinderfeindlichen gesellschaftlichen Entwicklung.

Wien, 12. Juni 2007

„Die Rechte von Kindern werden politisch und gesellschaftlich großteils für nebensächlich erachtet, als Zielscheibe für Aufreger-Berichte, werden junge Menschen gerne missbraucht“, erklärt Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde im Hinblick auf das Schussattentat auf spielende Kinder. Wenn dann eine/r schießt, weil er/sie sich gestört fühlt, ist das eine Entwicklung, die von vielen Menschen gefördert bzw. nicht aktiv genug verhindert wurde.

Kinder als Zielscheibe unserer Gesellschaft.
Monatelang waren junge Menschen immer stärker im Zentrum negativer Medienberichterstattung: Kinderdiebesbanden, jugendliche Aggressoren, KomatrinkerInnen, das derzeitige „Trend“-Wort. Auch als kleine Elternquäler oder „Problemfälle“ sind sie – ohne gefragt zu werden, ob sie das wollen - Mittelpunkt der Supernanny-Serien.

Ganz wenig wurde jedoch berichtet über die UNICEF Studie, die belegt, dass die Situation von Kindern in Österreich schlechter als in anderen 16 Industrienationen ist (Platz 17 von 21), die Stellungnahmen von Seiten der Politik waren großteils beschwichtigend. Die Aufregung um das Ballspielverbot auf einem Spielplatz oder Anrainermaßnahmen gegen einen Kindergarten hat sich in Grenzen gehalten. Gar nicht wird berichtet, dass 15.000 österreichische Jugendliche pro Jahr aufgrund mangelnder Bildung und Förderung kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Auch mit der Message, dass die Kinderrechtekonvention noch immer nicht in der Verfassung verankert ist, der Nationale Aktionsplan für Kinderrechte seit 2004 beschlossen aber nicht umgesetzt ist, kommen die Kinderfreunde und andere Jugendorganisationen medial seit Jahren kaum durch.

Morawek: „Kinder sind die GestalterInnen unserer Zukunft. Was wir ihnen heute vorleben, werden sie als Erwachsene dann mit uns als (alten) Teil ihrer Gesellschaft machen. Kinder müssen in ihren Rechten ernst genommen werden. Sie sind keine kleinen Erwachsenen. Wir müssen sie mit ihren ganz individuellen Bedürfnissen, nach raumgreifendem Spiel, nach unbeschwerter, lauter Heiterkeit, nach Zuwendung und Verständnis ernst nehmen.“

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