Die Wiener Kinderfreunde stellen klar

14. August 2008: Die Wiener Kinderfreunde zum AK-Vorschlag: Der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung!
 

Der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung

Wien, 14. August 2008 - Die Wiener Kinderfreunde danken der Arbeiterkammer für die Intention der qualitativen Höherbewertung des Kindergartens. Ein bundeseinheitliches Rahmengesetz für Kindergärten in Österreich und die Ausbildung aller pädagogischen Berufe nach einem modularen System auf Hochschulniveau fordern die Kinderfreunde seit mehr als 10 Jahren.

„Was uns allerdings erstaunt, ist die mangelnde Kenntnis über die pädagogische Arbeit, die täglich in Kindergärten passiert“, stellt Christian Morawek, Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde fest. „Wir laden Frau Dir. Ettl sehr herzlich ein, einen Tag im von den Kinderfreunden geführten Betriebskindergarten der Arbeiterkammer zu verbringen. Alles, was dort getan wird, basiert auf elementarpädagogischen Konzepten und Inhalten und bewusster Umsetzung im Kindergartenalltag: von mathematischer und sprachlicher Förderung über die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten bis zu Sachbegegnungen und der Förderung der sozialen Kompetenzen des Kindes“, so Morawek.

Die PädagogInnen bereiten die alltäglichen Lerninhalte im Rahmen ihrer konzeptuellen Arbeit vor und setzen diese so um, dass jedes Kind ohne Leistungsdruck ganzheitlich, altersadäquat und im eigenen Tempo Lerneffekte erzielt.
 Am Beispiel „gemeinsames Kochen einer Kartoffelsuppe“ wird das anschaulich:

  • Berechnung der benötigten Kartoffelmenge und gemeinsames Einkaufen der Kartoffeln – mathematische Frühförderung. Bei einem Ausflug Kartoffel selbst vom Acker klauben oder im Garten im Beet selbst anpflanzen, gießen, ernten – Biologie und Nachhaltigkeitserziehung
  • Kartoffeln waschen – Gesundheitserziehung
  • Gemeinsam Schälen und Schneiden – Schulung der Feinmotorik 
  • Kochen – einfache Beobachtung physikalischer Vorgänge
  • gemeinsam aufdecken und austeilen – soziale Kompetenz
  • dann noch einmal den Tag reflektieren, abschließend in der Gruppe und dann zuhause: Schulung der Ausdrucksfähigkeit und des Wortschatzes
  • Bücher über die Kartoffel lesen, ev. ein Video über die Kartoffelernte anschauen – Medienerziehung Kartoffelstempel und Zeichnungen anfertigen, Lieder dazu hören und mitsingen, kleine Reime erfinden – Förderung der Kreativität, Feinmotorik, Musikalität und wieder Wortschatzerweiterung

Das ist natürlich nur eines von vielen (meist komplexeren und über mehrere Monate umgesetzten) Beispielen, das spielerisch alle Themen beinhaltet, die laut Dir. Ettl von LehrerInnen in einem 10-stündigen „Schulprogramm“ im Kindergarten den Kindern beigebracht werden sollen.

Die Vermittlung wichtiger Lebenskompetenzen wie etwa die Erziehung zur Selbständigkeit (selbst anziehen Lernen, das Schmieren des Butterbrots beim gemeinsamen Frühstück, das Spitzen eines Buntstiftes etc.) oder die Förderung der Konfliktfähigkeit ist Schulvorbereitung vom ersten Kindergartentag an.

Aus all diesen Gründen belegen ja viele Studien – wie auch in den Presseunterlagen der Arbeiterkammer erwähnt – dass Kinder, die im Kindergarten waren, einen signifikanten Entwicklungs- und Lernleistungsvorsprung haben.

Morawek abschließend: „Das ist Kindergarten mit Lerninhalt. Eine ständige Qualitätsverbesserung ist den Kinderfreunden natürlich wichtig. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen wünschenswert. Eine Desavouierung der KindergartenpädagogInnen darf damit aber nicht Hand in Hand gehen.“

Rückfragen zu diesem Text richten Sie bitte an:
Michaela Müller-Wenzel, Wiener Kinderfreunde, Tel. 01-40125-55, E-Mail:
 

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