Alte Schulklasse

Grete Laska würdigt die Arbeit der Wiener Kinderfreunde

17.10.2008: Pädagogisches Fachsymposium "Von Anfang an - Von den Idealen der Schönbrunner Schule bis hin zur gegenwärtigen Diskussion frühkindlicher Bildung"

Unter diesem Titel veranstalteten die Wiener Kinderfreunde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kinderfreunde am 17.10.2008 in Schönbrunn ein Symposium.

Der Einladung folgten mehr als 100 interessierte TeilnehmerInnen, die durch Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete Laska begrüßt wurden. Es war dies jedoch keine einfache Rede wie bei solchen Anlässen üblich. Vielmehr war es eine Hommage an die Arbeit der Kinderfreunde. Grete Laska spannte sehr eindrucksvoll einen Zeitbogen über die vergangenen 100 Jahre aus pädagogischer Sicht. Dabei warf sie auch die Frage auf wann, wo und vor allem wieso der Fehler passierte, dass die bereits vor 100 Jahren bekannten, artikulierten und angestrebten reformpädagogischen Ziele, welche die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt der Bildung stellen und allem voran Chancengleichheit für alle Kinder fordern, bis heute nicht erfolgreich umgesetzt werden konnten. Sie fand dabei sehr persönliche Worte der Wertschätzung für die unermüdliche Arbeit der Kinderfreunde und setzte sich sehr eindrucksvoll dafür ein, die Bildungsarbeit auch künftig auf die Basis „Stärken stärken und Schwächen schwächen“ zu stellen. Sie forderte die Kinderfreunde auf, auch weiterhin ihren Grundsätzen treu zu bleiben und nicht müde zu werden, sich vehement für die Rechte der Kinder und die Umsetzung der pädagogischen Ziele im Bildungsbereich einzusetzen. Man könnte fast sagen, sie riet den Kinderfreunden diese Grundsätze immer wieder laut und deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Mit der Doppeldeutigkeit des Titels „Von Anfang an“ wollten die Kinderfreunde nicht nur in geschichtspädagogischen Belangen einen Zeitbogen von der Schönbrunner Erzieherschule hin zur elementarpädagogischen Ausbildung des 21. Jahrhunderts spannen, sondern auch entwicklungs- und lernpsychologische Aspekte sowie die Bedeutung der frühen Bildung hervorheben. Ziel des Symposiums war es, die herausragenden pädagogischen Ideen und ihr gedeihliches Umfeld von damals mit den heutigen in ihren Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten zu betrachten.

Für die Vorträge konnten die Kinderfreunde sowohl namhafte Personen aus dem Bereich der Pädagogik und Neuropsychologie wie Univ. Prof. Dr. Ernst Berger („über das frühe[geburtliche] Lernen“) oder Mag. Simone Breit („PädagogInnen für eine neue Zeit“ ) vom BIFIE (Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung des österreichischen Schulwesens) gewinnen, als auch internationale Redner und HistorikerInnen wie den dänischen Erziehungswissenschafter John Bertelsen, Kornelia Schneider (Deutsches Jugendinstitut), den Kinderfreunde Historiker Heinz Weiss und die Theodor-Körner-Preisträgerin Mag. Gudrun Wolfgruber, die sich mit der historischen und sozialpolitischen Bedeutung der Kinderfreunde - insbesondere der Schönbrunner Schule - und ihrer Rolle im Bereich der Jugendfürsorge bereits jahrelang auseinandersetzt.

So wie in der damaligen neuen Republik und Sozialwissenschaft das Klima für das pädagogische Experiment der Schönbrunner Schule günstig war und viele große Denker und Avantgardisten wie Alfred Adler, Max Adler, Sigmund Freud, später auch Sir Carl Popper der Schönbrunner Erzieherschule und ihrer Idee beitraten, so ist auch heute, rund 100 Jahre später, ein neuer Bildungswind – insbesondere durch die Aufwertung des Kindergartens als Bildungseinrichtung und der Diskussion um eine Tertiärisierung der Ausbildung spürbar. Mit diesem „bildungspolitischen Quantensprung" und der aus der damaligen Zeit tradierten Erkenntnis, dass nur über eine adäquate Bildung die Gesellschaft sich weiterentwickeln kann, würde es, so der Veranstalter, wiederum gelingen, die von Grete Laska angesprochenen versäumten Bildungsjahre wieder aufzuholen.

Nachstehend einige Informationen zu den Vortragenden selbst sowie zu den Inhalten ihrer Referate:

Heinz Weiss (573,00 kB)
John Bertelsen (574,50 kB)
Cornelia Schneider (573,50 kB)
Mag.a Simone Breit (571,50 kB)

 
Und hier noch einige Unterlagen zum Thema:

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